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Mix-Site

Auf der Mix-Site sind verschiedene kurze Texte zusammengestellt. Den Anfang macht der Text US-Amerikanisches Selbstbewußtsein. Weiter geht es mit einer Kritik zum Kriegsfilm “Black Hawk Down”, der einen Teil des Somalia-Einsatzes 1993 zum Thema hat. Und zum Schluss noch die Frage: Wann endet eigentlich der NATO-Bündnisfall

Amerikanisches Selbstbewusstsein

Es gibt eine Menge Vorurteile gegenüber US-Amerikanern. Im Rest der Welt werden sie mitunter als "arrogant" wahrgenommen, in Umfragen oder Interviews als "größenwahnsinnig" beschrieben. Kanadische Bürger empfinden ihre Nachbarn sogar als "rechthaberisch, vulgär, unwissend, laut, flegelhaft, materialistisch, unersättlich, rachsüchtig und ungerecht".

Im Internet kursiert eine Abschrift eines Funkgesprächs, das im Oktober 1995 zwischen einem US-Marinefahrzeug und kanadischen Behörden vor der Küste Neufundlands stattgefunden haben soll. Diese Abschrift könnte ein Musterbeispiel amerikanischen Selbstbewusstseins sein. Doch leider, leider hat die US-Navy den Vorfall schon abgestritten. Macht nichts: Wer genug Vorurteile hat, hat deswegen keinen Grund, die Abschrift anzuzweifeln.

Amerikaner: Bitte ändern Sie Ihren Kurs 15 Grad nach Norden, um eine Kollision zu vermeiden.

Kanadier: Ich empfehle, Sie ändern Ihren Kurs 15 Grad nach Süden, um eine Kollision zu vermeiden.

Amerikaner: Dies ist der Kapitän eines Schiffs der US-Marine. Noch einmal: Ändern Sie Ihren Kurs.

Kanadier: Nein. Ich sage noch einmal: Sie ändern Ihren Kurs.

Amerikaner: Dies ist der Flugzeugträger "USS Lincoln"! Das zweitgrößte Schiff in der Atlantikflotte der Vereinigten Staaten! Wir werden von drei Zerstörern, drei Kreuzern und mehreren Hilfsschiffen begleitet! Ich verlange, dass Sie Ihren Kurs 15 Grad nach Norden - das ist eins fünf Grad nach Norden - ändern! Oder es werden Gegenmaßnahmen ergriffen, um die Sicherheit dieses Schiffes zu gewährleisten.

Kanadier: Dies ist ein Leuchtturm. Sie sind dran.

 

"BLACK HAWK DOWN"

Oder gesichtslose Skinnies bedrohen unsere Freiheit

Nun ist er endlich da – der Kriegsstreifen von Ridley Scott – nachdem er vom deutschen Verleih im Frühjahr 2002 wieder aus dem Programm genommen wurde. Vielleicht weil der damalige Verteidigungsminister schon öffentlich von einem Militärschlag der USA gegen Somalia schwadronierte, vielleicht, und das ist wahrscheinlicher, weil der Streifen außerhalb der USA, mit Ausnahme im vasallentreuen Great Britain, floppte.

Am 03.10.1993 erlebten die Amerikaner in Somalia ihren blutigsten Militäreinsatz seit Vietnam. In einer Kommandoaktion sollten zwei wichtige Gefolgsleute von Aidid aus einem Gebäude entführt werden. Mitten in Mogadischu, in dem Teil der Stadt, der von Aidids Milizen kontrolliert wird. Ausgerüstet mit modernstem Kriegsgerät sollen Spezialeinsatztrupps aus Ranger- und "Delta Force"- Soldaten die Aktion in einer knappen Stunde möglichst unauffällig durchführen. 18 Stunden nach Beginn der Aktion waren 18 US-Soldaten und 500-1000 Somalis tot. Die CNN Bilder von zwei toten US-Soldaten, die von einer jubelnden Menge begleitet durch Mogadischu geschleift wurden, besiegelten das Ende des Somalia Engagements der USA.

Über die wirklichen Hintergründe der UNO „Operation Restore Hope“ sagt der Film nichts, nichts über etwaige moralische Aspekte einer militärischen Einmischung in die Belange einer anderen Nation. Auch nicht darüber, dass gerade die Ranger- und Delta-Force-Einheiten schnell in Verruf kamen, weil sie sogar UNO Einrichtungen angriffen. Was ihre Zielsicherheit bestens unter Beweis stellte. Dieser 03.10.93 war vor allem ein Gemetzel in Mitten einer afrikanischen Großstadt dem die Bevölkerung schutzlos ausgeliefert war.

Der Film ist eine mehr als „zweistündigen Chaos-Orgie aus herumfliegenden Geschossen und Gliedmaßen, Schmutz, Lärm und Männerschweiß. Ein perfektes Spiegelbild der modernen Kriegsführung und ihrer Playstation-Ästhetik, die demnächst via CNN wieder auf unserem Fernsehschirm zu sehen sein wird - diesmal nicht aus Mogadischu oder Kabul, sondern aus Bagdad.“ Eben „tapfere Amerikaner, die sich selbst, ihr Fort, ihre Freiheit und ihre westlich-demokratischen Werte gegen das unzivilisierte Fremde verteidigen müssen.“ (Spiegel Online 9.10.02) Im „Straßenkampf, gegen gesichtslose Gegner“ (Zitty 21/2002), die von den US-Soldaten "Skinnies" genannt werden. „Ob harmlose Zivilisten oder gefährliche Milizen - sie existieren nur als unsichtbare und gesichtslose Bedrohung“ (Spiegel Online 9.10.02) oder als „blutrünstige Angreifer“ (BlnZ 10.10.02).

„Black Hawk Down“ war in den USA (Filmstart am 28.12. 01) so erfolgreich, das er seine 95 Mill. Dollar Produktionskosten schnell wieder einspielte.  Dieser Film konnte nur über die großzügige Unterstützung und Zusammenarbeit mit den US-Militär entstehen. „Ohne diese Hilfe wäre es unmöglich, einen solchen Film zu drehen“ (Kameramann Idziak, BlnZ 10.10.02). Nichtsdestotrotz war der Film in Mogadischu ein Erfolg. „Den Zuschauern gefiel zwar nicht, als blutrünstige, fremdländische Rotte dargestellt zu werden. Dennoch wurde gejubelt, nicht nur an Stellen, die das Drehbuch vorsah“ (BlnZ 10.10.02).

 

Wann endet eigentlich der Bündnisfall der Nato?

Am 04.10.01 wurde von der NATO der Bündnisfall nach Artikel 5 des NATO-Vertrages ausgerufen. Seit einem Jahr befindet sich nun die NATO im Bündnisfall gegen einen imaginären Feind. Und wann endet der Bündnisfall? Die Frage ist berechtigt, das räumen sogar diejenigen ein, denen sie unangenehm ist. Nachdem die PDS einen Antrag in den Bundestag eingab, mit dem Ziel, das die Bundesregierung den Bündnisfall für beendet erklärt (Antrag wurde abgelehnt), hat die Diskussion um den Bündnisfall neue Nahrung bekommen. So nennen NATO-Vertreter nur zwei Möglichkeiten: Die USA, als das Land, das um Beistand ersucht hatte, könnten einseitig erklären, dass die Bedrohung nunmehr vorbei sei. Noch besser wäre es allerdings, wenn der Nato-Rat einstimmig einen Beschluss zur Beendigung des Bündnisfalles träfe. Aber daran haben z.Zt. weder die USA noch diverse andere NATO-Ländern ein Interesse. Sollte der Bündnisfall dennoch in der nächsten Zeit für beendet erklärt werden, gebe es keine Rechtsgrundlage mehr für die deutschen Soldaten, die sich an der Operation "Enduring Freedom" beteiligen. Die deutschen Kriegsschiffe am Horn von Afrika, die ABC-Panzer in Kuweit und die Kommando-Soldaten in Afghanistan müssten umgehend nach Hause geholt werden, weil der Bundestag ihrer Entsendung nur aufgrund des Bündnisfalles zugestimmt hatte. Auch wenn von NATO-Verantwortlichen das Gegenteil behauptet wird – dieser erste Bündnisfall der NATO wird noch ewig dauern.